Klaus Privat
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Mit der Erbschaft verschwunden: eine spannende Verfolgungsjagd

Wenn ein Verwandter dahinscheidet, ist das in den meisten Fällen ein trauriges Ereignis, außer, er hinterlässt ein ansehnliches Vermögen, durch welches sich die Hinterbliebenen über seinen Tod hinwegtrösten können. Doch leider entwickeln sich daraus oftmals noch größere Familientragödien, nämlich dann, wenn sich mehrere Erben um die Erbschaft streiten oder sich einfach über das Testament und die Gesetzeslage hinwegsetzen, wie es in meinem letzten Fall der Fall war:

Es war die Großtante meiner Nachbarin gestorben, die sich viele Jahre lang um sie gekümmert hatte und deshalb im Testament der alten Dame großzügig berücksichtigt worden war. Sie sollte das Silberbesteck, einige Gemälde, das Meißener Porzellan und sämtliche Wäsche mit Plauener Spitze erhalten. Leider befand sie sich zum Todeszeitpunkt und zur Testamentseröffnung gerade auf Urlaub im Riesengebirge und erfuhr deshalb von diesen Ereignissen erst nach ihrer Rückkehr. Traurig und erfreut zugleich begab sie sich mit einem Anwalt zur Wohnung der Großtante, musste hier aber feststellen, dass die Wohnung bereits leer geräumt und sämtliche ihr zugedachten Wertsachen verschwunden waren. Niemand konnte sagen, wer sich hier unrechtmäßig bedient hatte und so wandte sie sich vertrauensvoll an mich.

Nach Befragungen sämtlicher Nachbarn der Verstorbenen und einigen Telefonaten wusste ich, wer es gewesen war: der einzige Sohn, der sich durch das Testament benachteiligt fühlte und sich deshalb in einer Nacht- und Nebelaktion mit den vermeintlichen Erbstücken aus dem Staub machte. Meinen Recherchen nach, wohnt dieser Herr auf der Insel Rügen, so dass ich mich zunächst in einem Darß Hotel einquartierte und meine Fühler austreckte. Doch leider war der Gesuchte hier schon zwei Wochen lang nicht mehr aufgetaucht, so dass ich woanders suchen musste. Durch einen Tipp erfuhr ich, dass der Sohn häufig im Allgäu Urlaub machte, wo er eine einsame Berghütte besaß. Diese erschien mir als potentielles Versteck für unrechtmäßig angeeignetes Erbgut sehr gut geeignet, so dass ich dieser Spur folgte.

Ich mietete mich in den Bad Hindelang Ferienwohnungen ein und gab mich als Kunstexperte aus, der hier auf der Suche nach Antiquitäten und Wertgegenständen war. Wie erwartet, funktionierte der Buschfunk reibungslos und schon nach 2 Tagen setzte sich der Erbdieb mit mir in Verbindung, mit der Information, er hätte da einige interessante Gegenstände für mich. Auf seinen Fotos konnte ich die von meiner Nachbarin vermissten Wertgegenstände eindeutig identifizieren. Daraufhin informierte ich sofort die Polizei und konnte so die gesamte Erbschaft retten. Für meine Nachbarin und die gesamte Nachbarschaft bin ich seitdem der große Held.

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