Jedes Jahr fahre ich zur Pilzzeit zu meinen Verwandten in den Thüringer Wald. Dort macht das Streifen durch die Wälder besonders viel Freude und selbst in pilzarmen Jahren konnte ich immer fündig werden. Im letzten Sommer 2010, wo ja ziemlich viele Pilze aus dem Boden schossen, waren hier allerdings nicht nur Pilzsammler, sondern auch Wilddiebe unterwegs. Zwar ist im Spätsommer für die meisten Waldtiere keine Schonzeit mehr, doch darf dennoch nicht einfach jeder kommen und sich einen Hasen oder ein Wildschwein schießen.
Bei meinem Wilddieb handelte es sich um einen gemeinen Fallensteller. Das ist eigentlich noch gefährlicher, denn es könnte ja auch genauso gut ein Pilzsammler in eine solche Falle tappen. Also verzichtete ich 3 Nächte lang auf mein kuscheliges Bett im Hotel Thüringer Wald und legte mich im Moos des Thüringer Waldes auf die Lauer. In der Nähe hatte ich 2 Fallen entdeckt, wovon in eine bereits ein Eichhörnchen geraten war. Ich konnte dem kleinen Ding leider nichtmehr helfen, wollte aber dafür den Fallensteller in flagranti erwischen. Ich informierte vorsichtshalber noch die örtliche Försterei von meinem Vorhaben, die mich jedoch warnten, irgendetwas beim Auftauchend es Wilddiebs. Natürlich sollten sich meine Tätigkeiten allein auf das Schießen von Fotos beschränken. Alles Weitere war dann der Polizei überlassen.
Durch zahlreiche Kurzreisen in die Lüneburger Heide in einer Jugend war ich im Übernachten unter freiem Himmel bzw. im Wald recht geschult. Ich tarnte meinen Schlaf- und Wachplatz sehr gut und konnte so am 3. Tag zahlreiche eindeutige Fotos von dem Wilddieb machen. Am nächsten Tag wurde er festgenommen und die insgesamt 20 von ihm aufgestellten Fallen entfernt. So wurde der Thüringer Wald nicht nur für seine Tiere, sondern auch für die Pilzsammler wieder sicherer.
Tags: Fallensteller, Försterei, Kurzreisen Lüneburger Heide, Pilzsammler, Thüringer Wald, Wilddieb, Wildschwein